Premiere beim 237. Mal

Die Kleeblatt Anekdoten

Abseits des Rasens
Sonntag, 05.04.2020 // 08:16 Uhr

Geschichte lebt davon, erzählt zu werden. In einer Zeit in der der Ball beim Kleeblatt ruht, wollen wir den Blick auf einige außergewöhnliche Kapitel der Vereinsgeschichte werfen. Historische Erfolge, einzigartige Begegnungen und stille Helden leben in den Kleeblatt Anekdoten ein weiters Mal auf.

Die fünfzehnte Anekdote der 17-teiligen Serie berichtet von einem besonderen Derby.

Wie viele Derbys wurden gespielt, wie viele waren eminent wichtig… In die Reihe der wichtigsten gehört zweifellos die Nummer 237. Es war das erste Pflichtspiel zwischen der SPVGG GREUTHER FÜRTH und dem 1. FC Nürnberg nach dem Beitritt des TSV Vestenbergsgreuth zum Kleeblatt. Und es war schon im Vorfeld spektakulär. Aus verschiedenen Gründen: Zum einen war es seit ewigen Zeiten das erste Spiel der beiden Konkurrenten auf Augenhöhe, denn der Club war zum ersten Mal in seiner Geschichte abgestiegen. So trafen sich die beiden fränkischen Altmeister als Regionalligisten in der zweiten DFB-Pokalrunde.

Spektakulär war auch das Erreichen der zweiten Runde aus Sicht der Spielvereinigung: Man hatte den Titelverteidiger 1. FC Kaiserlautern im Ronhof 1:0 besiegt. Und spektakulär war auch die Wahl des Spielortes: Die Fürther Führung mit Helmut Hack an der Spitze beschloss, das Spiel auch wegen Sicherheitsbedenken, nicht im noch nicht renovierten Ronhof auszutragen, sondern trotz Heimrecht ins Nürnberger Stadion umzuziehen. Hack erläuterte dies den Fans Woche zuvor auf der Tribüne im Ronhof – die vorsorglich ums Eck postierten Polizisten, für den Fall einer Eskalation angefordert, waren nicht nötig, denn die Fürther Anhänger waren zwar nicht begeistert, ließen sich aber von den Erläuterungen des Präsidenten überzeugen.

 

So traf man sich also am 31. August 1996 im Frankenstadion, und die Kulisse war neuer Rekord für ein Pokalspiel zweier Drittligisten. 44 000 Menschen sahen ein hart geführtes Spiel, in dem die Fürther spielerisch dominierten. Markus Lotter schoss für die „Gastgeber“ das 1:0 in der 27. Minute, doch Golubica glich nach 55 Minuten für den FCN aus. Heiner Dumperts 2:1 in der 67. Minute war der – selbst von der Nürnberger Presse anerkannt verdiente - Siegtreffer für die Fürther, die mit dem Erfolg die Euphorie rund ums Kleeblatt richtig anfachten. Das von Armin Veh glänzend eingestellte Team wiederholte den Sieg im Oktober, als die Nürnberger wieder Hausherren im eigenen Haus waren, sich dem Kleeblatt aber im Regionalliga-Hinspiel 1:3 beugen mussten. Am Ende der Saison stieg das Kleeblatt zusammen mit den Nürnbergern auf, da in jenem Jahr zwei direkte Aufsteiger für die Regionalliga Süd vorgesehen waren.