Kleeblatt wirft den BVB raus!

Heute vor 30 Jahren.

Doppeltorschütze Oliver Zettel (links) und Norbert Förster jubeln nach dem Schlusspfiff.
Profis
Dienstag, 04.08.2020 // 15:00 Uhr

Der 4. August 1990 ist aus Kleeblatt-Sicht in zweierlei Hinsicht historisch: Er markierte erstens den legendären Erstrunden-Pokalsieg gegen Borussia Dortmund im hitzestarrenden Ronhof, und zweitens die Wendemarke zum Guten: Nach dem heute vor genau 30 Jahren errungenen 3:1-Erfolg folgte eine tolle Saison und der lang ersehnte Aufstieg in die Drittklassigkeit. Der Auftakt zu den insgesamt erfolgreichen 90er Jahren mit Qualifikation zur neuen Regionalliga Süd, dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 1997 und der Etablierung im Profifußball.

Oliver Zettl, Stürmer und Pokal-Held, rekapituliert: „Da kann ich mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Es war unglaublich heiß.“ Der Angreifer wurde nach 70 Minuten ausgewechselt: „Ich war völlig ausgepumpt, da ging nichts mehr.“ Zettl konnte aber getrost Platz machen, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Tore erzielt. Die SpVgg führte völlig sensationell 3:1 gegen das Dortmunder Starensemble – dabei waren die Westdeutschen seit der zweiten Minute nach einer Roten Karte für Kleeblatt-Abwehrspieler David Schneider auch noch ein Mann mehr gewesen.

Gegen Helmer und Rummenigge

In der 38. Minute schlägt Achim Beierlorzers (nicht im Bild) Freistoß rechts unten zum 2:1 ein.

„Wer da alles bei denen gespielt hat“, erinnert sich der damalige Coach Günter Gerling, „der Thomas Helmer und der Michael Rummenigge, vorne der Frank Mill...“. Gerling, heute Vize-Präsident der SPVGG GREUTHER FÜRTH, führte sein Team zu einer der größten Sensationen des DFB-Wettbewerbs: Als erster Viertligist warf das Kleeblatt einen Bundesligisten aus dem Pokal. Denn es blieb beim 3:1, und so schrieben die damals noch in der Landesliga Mitte angesiedelten Fürther ein Stück Fußball-Geschichte. Neben Oliver Zettl, der sein bestes Spiel im Kleeblatt-Trikot machte, traf Achim Beierlorzer, heute Coach beim FSV Mainz 05, mit einem raffinierten Freistoß-Treffer gegen Dortmunds Keeper Teddy de Beer.

Am 4. August 1990 herrschten weit über 30 Grad. Es waren nur rund 4000 Zuschauer gekommen. Einerseits, da die Hitze groß war, andererseits, da man dem Außenseiter wohl kaum die Sensation zugetraut hatte. Hört man sich heutzutage um, müssten es 14 000 gewesen sein, denn jeder will dabei gewesen sein.

Die Sensation erlebten rund 4.000 Fans live im Stadion.

BVB-Trainer Horst Köppel räumte ein, dass die SpVgg als absolut verdienter Sieger aus diesem Pokalfight hervorgegangen war. Dann schlich er geknickt von dannen. „Die haben sich ganz schnell verabschiedet, man konnte kein Wort mehr wechseln. Es war sicher eine totale Enttäuschung für die Dortmunder“, so Zettl, der dem Sieg einen Stellenwert über den Pokal hinaus beimisst: „Es war der Startschuss zu einer tollen Saison, an deren Ende wir wieder in die Bayernliga aufgestiegen sind. Der Erfolg gegen Dortmund hat uns viel Selbstvertrauen gegeben.“

In Runde zwei kam das Aus nach einem unglücklichen 0:1 in Fürth gegen den damaligen Zweitligisten 1. FC Saarbrücken, der die Kleeblättler nach ihrem Coup gegen den BVB nicht mehr unterschätzte, sich dennoch aber hart tat, die Hürde bei der aufstrebenden  Gerling-Truppe zu nehmen.

 

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